Rundbrief

Liebe BioLuzernerinnen, liebe BioLuzerner


Es ist in vielerlei Hinsicht eine unberechenbare Zeit, in der wir uns befinden. Sei es mit dem Wetter, aber auch die ganze Lage weltweit.
Vieles kam zu kurz in den letzten anderthalb Jahren, gerade der persönliche Austausch konnte viel zu wenig praktiziert werden.
Aus diesem Anlass laden wir euch zum Sommer-Höck ein. Ganz einfach zum Zusammensein, Austauschen, Erfahrungen teilen und die Frage zu stellen wie geht es DIR was bewegt DICH im Moment?
In Luzern wurde letztes Jahr ein Ernährungsrat gegründet. Dieser organisiert im Monat September verschiedene Anlässe rund um die Ernährung. Erfahre mehr dazu auf den nächsten Seiten.
Wer in letzter Zeit auf die biobörse.ch geklickt hat, wurde automatisch an www.biomondo.ch weitergeleitet. Die neue Plattform wird laufend ausgebaut und soll in naher Zukunft noch mehr Dienstleistungen bringen.
Wir freuen uns sehr, dass wir wiederum neue Arbeitskreise gründen können. Die Arbeitskreise sind inzwischen sehr gut etabliert und ein wichtiges Gefäss für einen konstruktiven Austausch geworden.

Ich wünsche allen gute Gesundheit und gutes Gelingen und freue mich, wenn ich viele von euch an einem oder andern Anlass persönlich begrüssen darf.
Toni Büchler, Präsident Bio Luzern


Arbeitskreise Bio Luzern
Die Gründung des Arbeitskreises Hofdünger aufbereiten ist erfolgt. Der Kreis ist auf Anhieb voll. Das gleiche bei den beiden Arbeitskreise Boden, auch diese sind ausgebucht. Es gibt eine Warteliste für einen 3. Arbeitskreis, für den es inzwischen auch einen Arbeitskreisleiter gibt. Das Fundament dieser Erfolgsgeschichte sind die 6 Tier Arbeitskreise, welche seit 8 Jahren im Sinne von „Miteinander auf dem Weg sein“, wirken. An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN allen Arbeitskreisleiter/in und allen Teilnehmer/innen. Dies sind mittlerweile 110 Bäuerinnen und Bauern, ein Viertel der Mitglieder von Bio Luzern.
Neue Arbeitskreise werden am 6.9.21 gegründet: hier gehts zur Einaldung

Mehr Informationen zu den Arbeitkreisen: hier


Stallvisite (ProBio) ammengebundene Kalberaufzucht und Mast

Biomilch wird seit Jahren mehr nachgefragt, denn die Produktion von dieser wird bei den Konsumenten als besonders tierfreundlich und auch ökologisch assoziiert, was eigentlich auch der Fall ist.
Warum dann eigentlich - auf den Schweizer Biomilchbetrieben werden jährlich gegen 60`000 Kälber geboren, ein Drittel davon wird für die Remontierung der Milchviehbestände nachgezogen. Von den andern zwei Drittel = ca. 40`000 Biokälber gehen die meisten in die konventionelle Mast mit nicht besonders tierfreundlicher Haltung, inkl. Antibiotika (ca. ein Viertel aller Antibiotika in der Tierhaltung gehen an die Kälber).   

Es geht aber auch anders. In Menzingen bei Thomas Pfister sahen wir ein gut funktionierendes Beispiel:
Das System von Thomas Pfister: Mutter und Kalb werden nach der Geburt 48 Stunden in einer Abkalbebox separat gehalten, anschliessend sind die beiden eine Woche nur noch über Nacht zusammen. Dann kommen sie gemeinsam mit sechs Ammen-, resp. Mutterkühe und doppelt so vielen Kälber zweimal pro Tag (morgens und abends) zum Säugen zusammen. Die Kontrolle (ob es den Kälbern gut geht, ob sie genug getrunken haben, die Euter leer sind und die anschliessend Euterbehandlung mit Ringelblumensalbe) nimmt täglich 20 Minuten in Anspruch.
Nach 160 -180 Tagen und mit 110-130 kg Schlachtgewicht werden die Kälber geschlachtet. Die Kälber saugen in dieser Zeit ca. 1800l Milch und fressen dazu Heu ad libitum und wenn möglich Weidegras. Einen guten Ausmastgrad zu erreichen ist nicht ganz einfach und erfordert ein gutes Auge und Handling. Meistens sind die Kälber von Thomas Pfister im T2. Die Vorteile des Systems: die Kälber haben kaum Gesundheitsprobleme (Durchfall, Lungenentzündungen usw.) und das System wirkt sich eher positiv für die Eutergesundheit der Kühe aus. Säugen bei anderen Kälber ist kein Thema mehr. Die Zeit wird vorwiegend in die Beobachtung der Kälber und Kühe investiert und nicht ins Kälbertränken, inkl. Reinigung, was wiederum eine bessere Gesundheit der Kälber und Kühe zur Folge hat.
Die Kälber können verschiedenen Händlern verkauft werden, was die Unabhängigkeit des Betriebs verbessert. Und die Wirtschaftlichkeit: Der Erlös für die «vertränkte» Milch ist umgerechnet etwa gleich hoch wie für Bio-Konsummilch (dafür aber tierfreundlich und nachhaltig erwirtschaftet).

Bio Luzern, BioZug und das BBZN arbeiten aktiv daran, dass vermehrt Kälber auf dem Geburtsbetrieb abgetränkt werden. Am natürlichsten sind die Systeme der
Mutter- und ammengebunden Kälberaufzucht und Mast.

André Liner, Kantonale Bioberatung


Genussmonat, klimafreundliche Ernährung, September 2021

Wer produziert, was wir trinken und essen?
Was hat Ernährung mit dem Klima zu tun?
Wie kann ich meinen Beitrag dazu sichtbar machen?
Essen geht uns Alle an.
Mit solchen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns im Ernährungsrat Luzern. Sie dienen als Denkanstösse, die eigene Ernährung weiterzuentwickeln.
Im September 2021 findet der «Genussmonat klimafreundliche Ernährung» statt im Rahmen der Kampagne «Wir leben Klimaschutz» der Stadt Luzern.

Was könnte dein Beitrag sein?
Konkret wurde eine digitale Plattform erstellt, auf der du dich mit deinem Anlass registrieren kannst.
Willkommen, sind Kochkurse, Hofführungen, Betriebsbesichtigungen, gemeinsames Ernten & Verarbeiten, Workshops, Wildkräuterwanderungen, Informations-veranstaltungen und mehr Wissens- und Erlebenswertes rund um das umfassende Thema der klimafreundlichen Ernährung.
Unter www.umweltberatung-luzern.ch/genussmonat können die Anlässe registriert werden.

Podiumsgespräche die im Rahmen vom Genussmonat stattfinden:
•    02.09.21, 20.00 Uhr, Gesundheit und Klimafreundliche Ernährung
•    13.06.21, 19.00 Uhr, Ernährungssouveränität, wessen Aufgabe ist die Beschaffung von Lebensmitteln in der Gesellschaft
•    21.09.21, 19.00 Uhr, Umgang mit Ernährung im Alltag, Aufmerksame Schritte hin zu einer liebevollen Gesellschaft
•    28.09.21, 19.00 Uhr, Wie kann es weiter gehen? Landwirtschaft und Ernährung der Zukunft.
Die Podiumsgespräche werden in Luzern statt finden. Alle Details werden fortlaufend auf der Homepage: www.umweltberatung-luzern.ch/genussmonat aufgeschaltet. Es kann noch zu einzelnen Änderungen kommen.
Der Ernährungsmonat ist eine Initiative des Ernährungsrats Luzern:
www.ernaehrungsrat-luzern.ch


Neuigkeiten aus der BioRegio Zentralschweiz


Neuheim, 08.07.2021

Bio Füür Zentralschwiiz
Bioprodukte für die Gemeinschaftsgastronomie in der Zentralschweiz

Liebe Zentralschweizer Biobäuerinnen und Biobauern

An den Generalversammlungen der Biovereine haben wir informiert, dass wir am Schaffen einer neuen Stelle sind. Es freut uns, dass dies nun geklappt hat und wir Astrid Burri LU für ein 40% Pensum gewinnen konnten. Ihre Aufgabe ist es Bioprodukte in die Gemeinschaftsverpflegungszentren zu bringen. Diese Stelle ist im Moment auf drei Jahre befristet, und wird getragen von den Biovereinen der Zentralschweiz, von Bio Suisse und den kantonalen Landwirtschaftsämtern.

Wieso diese Stelle?
Rund ein Drittel der Umweltbelastung in der Schweiz wird durch die Ernährung verursacht. Nachhaltig produzierte Bio-Lebensmittel bieten ein Rezept zur Verbesserung dieser Bilanz. Bioprodukte sind in den meisten Verkaufsläden bereits vorhanden, nur in der Gemeinschaftsverpflegung, wie Kantinen, Spitäler oder Mensen sind sie kaum anzutreffen. Daher sollen in der öffentlichen und privaten Gemeinschaftsverpflegung Bioprodukte und Menüs mit Bioprodukten vermehrt angeboten werden. Dabei sollen die Führungskräfte der Betriebe vom Nutzen und den Besonderheiten der ökologischen Landwirtschaft und saisonalen Lebensmitteln überzeugt werden. Im Weiteren werden vorhandene Synergien, wie verarbeitende Betriebe, Logistik und regionale Biospezialitäten genutzt.
Es soll so ein gesicherter Absatz für Bioprodukte entstehen, wie auch weitere Betriebe zu einer Umstellung zum Biolandbau motivieren.
Für Anregungen, Auskünfte und Fragen rund um Bioprodukte für die Gastronomie kann man sich direkt bei Astrid Burri melden:
Astrid Burri, Projektleiterin, Bio Füür Zentralschwiiz, 079 224 07 57, astrid.burri@biozentralschwiiz.ch

Freundliche Grüsse
Peter Waltenspül, Präsident bioZug
verantwortlicher Präsident fürs Bio Füür Zentralschwiiz